Herkunft des Namens Seeberger

Vorbemerkung:

Die Tatsache, daß Familien den gleichen Nachnamen besitzen bedeutet noch lange nicht, daß sie auch miteinander verwandt sind. Das mag manchen befremden, aber es ist eine Tatsache. Umgekehrt ist es aber so, daß die Seberger aus Amerika durchaus mit den Seebergern aus St. Jakob verwandt sind. Das zweite e ging einfach bei der Auswanderung nach Amerika verloren. Hier kann ich nur einen generellen Überblick geben und die Beweise für meine Behauptungen aus Platzgründen nicht aufführen.Also werde ich versuchen, die verschiedenen Ursprünge der Seeberger aufzuführen. Dabei unterscheide ich mindestens 4 verschiedene Sippen:

        - Seeberger aus/in der Schweiz

        - Seeberger aus/in Österreich

        - Seeberger aus Böhmen

        - Seeberger aus Ostpreussen

 

 

Schauen Sie Sich doch zuerst einmal die Übersicht über die Bereiche Schweiz / Österreich und Böhmen an. Da es sich um hochauflösende Graphiken handelt, habe ich diese in ein eigenes Verzeichnis gepackt, damit Sie nicht jedesmal die langen Ladezeiten haben!
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1. Der Ursprung in der Schweiz:

Der Ursprung der Schweizer Familien wird im Ort Seeberg vermutet. Dort gab es auf der gleichnamigen Burg um 1000 das Geschlecht derer von Seeberg, welches aber vor 1200 ausstarb. Es ist anzunehmen, daß der Name von diesem Ort abstammt. Die ersten Namensträger sind:
  - der Priester Jakob von Seberch, der um 1250 in Zofingen erwähnt wird,
  - Hug von Seberg, der als Vogt von Wangen um 1340 mehrere Dokumente gesiegelt hat.
Bisher sind mir drei große Familienstämme bekannt geworden, die ich weitgehend erforscht habe:
  - die Seeberger im Kanton Luzern (Malters und Schwarzenberg) katholisch
  - die Seeberger im Kanton Bern (Wangen a.d. Aare) ev. reformiert
  - die Seeberger im Kanton Aargau (Birr und Lupfig) ev. reformiert.
    von diesen stammen auch die Zofinger Seeberger ab
Diese drei Stämme sind ab ca. 1600 (dem Zeitpunkt des Beginns der am Anfang noch oft lückenhaften Kirchenrodel) nachweisbar. Davor gibt es nur im Aargau Bruchstücke zurück bis 1475. In Wangen kommt mehrfach bei den angeheirateten Familien ein Hinweis auf deren Herkunft aus Seeberg vor.
Die heute im Wallis lebenden Seeberger stammen aus Österreich.

2. Österreich:
Hier müssen wir in der Geschichte sehr weit zurück gehen.
Natürlich ist nicht auszuschließen, daß es sich ursprünglich um Schweizer Seeberger handelt, die im Rahmen der Wanderungsbewegung von West nach Ost weitergezogen sind. Dies ist jedoch unwahrscheinlich, zumindest gibt es keine Hinweise. Ebenfalls ist nicht auszuschließen, daß einige Familien im Osten Österreichs eventuell von der Böhmischen Linie abstammen könnten.
Die Haupttheorie ist jedoch wie folgt:
Um das Jahr 1000 herum fand die Wanderung der Walser aus dem Wallis nach Osten statt. Das Große Walsertal in Vorarlberg hat seinen Namen von den Walsern bekommen. Eigentlich waren es ursprünglich nur 22 Großfamilien, die klar nachgewiesen wurden. Der Name Seeberger gehörte nicht dazu, ist demnach kein klassischer Walsername!
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Aufgrund der alten Traditionen blieben die Walser weitgehend unter sich. So gab es zeitweise im Großen Walsertal mehr als 300 Bischoffs und Matts, sodaß die Unterscheidung anhand der Vornamen nicht mehr möglich war. Also nannte man sie nach der Hausnummer den Johann #15 und den Johann # 33.
Auch hier gibt es einen Ort (besser gesagt: Weiler), der in der Gemeinde Sonntag im großen Walsertal liegt, kurz vor dem Talende bei Buchboden und auf ziemlicher Höhe am Berghang..
Im 16. Jahrhundert wurde es dann im Großen Walsertal zu eng und einige Familien wanderten in die umliegenden Gebiete aus. So tauchte dann gegen 1600 der Name Seeberger als die von Seeberg in den Orten Bludenz, Bezau, Frastanz, Dalaas (alle in Vorarlberg) und dann in Tirol in St. Jacob - dem heutigen St. Anton - und weiter ostwärts im Inntal im Bereich Landeck - Zams auf.
Interessant ist, daß eine Familie aus St. Jacob über Fliess später in den Wallis gezogen ist, wo deren Nachkommen noch heute leben. Diese Wanderungsbewegung entgegen dem allgemeinen Trend sind ungewöhnlich, könnten aber die Theorie von der Walserherkunft untermauern.

3. Der Ursprung in Böhmen:

Natürlich ist auch hier ein Ort mit dem Namen Seeberg der Ursprung. Hrad Seeberg 1997 LuftaufnahmeEr liegt ca. 10 Km nordwestlich von Cheb (früher Eger) direkt an der Grenze zu Oberfranken. Diesen Ort gibt es noch heute unter dem Namen Ostroh. Die dort befindliche Burg hat aber noch immer den Namen Hrad Seeberg! Und auch die angrenzende Pension und der 24h nonstop Nachtklub verwenden den alten Namen.
Unklar ist, ob das Böhmische Geschlecht von Seeberg wirklich von 1040-1250 Besitzer der Burg waren.Hrad Seeberg 1998 Schild Nightclub
 Darüber streiten sich die Gelehrten mit großem Eifer. Es scheint wohl nicht so gewesen zu sein. Nach meinen Informationen lebten dieses Geschlecht etwa 80Km südlich bei Plana
Der erste Nachweis des Namens Seeberger in Eger ist in einem Buch der Gebrechen (heute sagt man Verbrechen), in welchen 1379 der Seberger, Sneyder als Bürge erwähnt ist.

Der nächste Hinweis ist 1475 ein Testament eines Ulrich Seeberger in Eger.
Für die Wanderungsbewegungen muß man die politischen und religiösen Verhältnisse in dieser Zeit brücksichtigen, dazu an anderer Stelle mehr.

1560 gab es bereits in den sogenannten Mannbüchern 13 wehrfähige Seeberger im Bereich Waldsassen - Tirschenreuth.

Zur Zeit sind erst zwei große Stämme erkennbar:
- Die ev. Seeberger, die von Eger über Mährig - Poppenreuth nach Groß-Klenau und Tirschen-
 reuth wanderten. Von dort zogen Familien nach Hof und Marktredwitz.
- Zwei katholische Seeberger zogen aus dem Raum Waldsassen nach Westen in den Bereich
 Bamberg - Erlangen - Nürnberg.

Derzeit habe ich noch viele Forschungsergebnisse über diese Familien, die ich aber aus Zeitmangel noch nicht vollständig auswerten konnte.
Einzelheiten werden im Verzeichnis Böhmen veröffentlicht.

4. Seeberger in Ostpreussen:

Hier liegt der Ursprung etwas anders. Es ist durchaus anzunehmen, daß er vom Ort Seeburg abstammt, ich kann es nicht belegen. Erstaunlich ist, daß aber die ersten unter dem Namen Seeberg auftauchten. Innerhalb einer Generation hat sich der Name dann durch Pfarrerwechsel von Seeberg über Seebergk zu Seeberger gewandelt! Also ist eine Verbindung zwischen Seeberg und Seeberger aus diesem Bereich durchaus gegeben.

5. Und was ist mit all den anderen?

Ganz einfach: Sie sind nach meiner Meinung alle auf diese vier Ursprünge zurück zu führen. Die Deutschen Seeberger im fränkischen Großraum kommen in der Masse aus dem Böhmischen Stamm , die im Voralpenraum entweder aus St. Jakob oder Vorarlberg, die Pfälzer in Masse auch aus Tirol. Die französichen stammen aus St. Jakob oder der Schweiz. Und genauso verhält es sich mit den Auswanderern in der ganzen Welt von Amerika bis Australien. Hier sind alle Sippen vertreten, was ich dann bei den einzelnen Sippen erwähne. Bei den auf der Homepage aufgeführten Namensvarianten handelt es sich nur um unterschiedliche Schreibweisen. Ausnahme: Die Seeburger. Hier ist nicht klar, ob eine Verbindung besteht, ich habe große Zweifel. Aber bis ich das bewiesen habe, führe ich die Familie einmal mit.
Es gibt zwei Gründe für die Namens-Varianten: Erstens gab es um 1600 keine Ausweispapiere. Das heißt, der Pfarrer schrieb den Namen so, wie er ihn verstanden hat. Der Nächste verstand ihn wohl anders (mit und ohne Zähne?). Und da kaum einer lesen konnte und auch kein Interesse bestand, wurde das auch nicht kontrolliert. Zweitens kamen bei der Auswanderung nach USA noch weitere Varianten hinzu, die aus der englischen Sprache entstanden. Die Beamten der Einwanderungsbehörde haben den Namen einfach so übersetzt, wie sie ihn verstanden haben.

Und wenn Sie es genau wissen wollen? Nun ganz einfach, ich habe eine email Adresse: Ulrich@Seeberger-online.de und da können und sollten Sie Sich melden. Im Moment sind es mehr als 11000 Seeberger und die kann man nicht so einfach darstellen. Sagen Sie mir, wer Sie sind und welches Ihr ältester Vorfahr möglichst mit Daten über Geburt, Ort, Ehefrau und Kinder und dann werde ich suchen.